Sonntag, 28. Januar 2018

In Hamburg sagt man Tschüss!


Nachtrag vom 16.02.2018:
Danke für Eure lieben und verständnisvollen Kommentare. Für alle, die gern Bilder sehen möchten: Ich pflege meine Galerie auch weiterhin.

Liebe Grüße
Anneli

Liebe Leser und Leserinnen,

wie sage ich es am besten? Ach, ich rede nicht lange um den heißen Brei herum. Ich werde mit dem Bloggen aufhören. Glaubt mir, ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, im Gegenteil, es war eine ziemlich schwierige Geburt, denn diese vier Jahre haben mir so viel Spaß gemacht. Der Dialog mit Euch, Eure Kommentare, Eure Projekte zu sehen, meine Arbeiten zu teilen, Anregungen zu bekommen, Fragen zu beantworten - all das war einfach großartig.

Allerdings ist mein Mann jetzt in den Ruhestand gegangen und der Tagesablauf hat sich geändert. Natürlich verbringen wir mehr Zeit zusammen. Weniger stricken möchte ich nicht, und es gibt noch viele andere Dinge, die in den letzten vier Jahren etwas zu kurz gekommen sind. Ich möchte wieder mehr zeichnen und noch mehr lesen. Auch die Zeit für die Kinder, Enkelkinder und Freunde soll auf keinen Fall weniger werden. Ich werde mich also deutlich weniger im Netz tummeln.

Meinen Blog werde ich aufgeben, aber bei Ravelry werdet Ihr mich unter fadengold 2014 auch weiterhin finden. Zum Glück gibt es ja auch dort eine Message Box, so dass man kommunizieren kann, denn einige von Euch sind mir ganz besonders ans Herz gewachsen.

Trotzdem möchte ich Euch natürlich mein neuestes Projekt nicht vorenthalten.


"Jinny" hat mir sehr viel Spaß gemacht. Der Pulli steht auf der Liste meiner "Lieblingspullis" ganz oben.

Obwohl das Modell sehr schlicht ist, stecken doch ein paar nette Details drin. An den Seiten wird zum Beispiel durch betonte Ab- und Zunahmen die Taille betont. Kragen und Manschetten werden separat gestrickt und später angenäht.




Vor dem Annähen habe ich die Mittelmasche des rückwärtigen Ausschnitts und die Mittelmasche des Kragens markiert. Diese Maschen sollten beim Annähen aufeinandertreffen. Außerdem kann ich nur empfehlen, den Kragen erst einmal anzuheften und den Sitz zu prüfen. Gleiches gilt für die Manschetten.



Hier noch die Angaben zum Projekt:
Anleitung: "Jinny" von Kim Hargreaves aus dem Heft "Quirky"
Material: Meilenweit Tweed von Lana Grossa
Farbe: 0149 Altrosa
Verbrauch: 300 Gramm
Material: für den Kragen- und Manschettenrand einen kleinen Rest Silkhair
Nadeln: ND 3,0 und 3,5
3 Knöpfe

Mit den Tragefotos verabschiede ich mich. Och nö, jetzt werde ich richtig traurig.



Ihr Lieben, ich danke Euch noch einmal ganz herzlich für all Eure Kommentare und Emails. Es war eine wunderschöne Zeit mit Euch!!!

Vergesst nicht, dass Ihr mich auf Ravelry findet.

fadengold2014

Herzliche Grüße aus Hamburg und weiterhin viel Freude bei Eurem Hobby!

Anneli

Sonntag, 21. Januar 2018

Anleitung für einen Kinderschal - gelingt auch Anfängern!

Puh, das war knapp. Heute ist Kindergeburtstag und die Schals sind gerade noch rechtzeitig fertiggeworden.  Beide sind fertig, obwohl der zweite Schal auf dem Bild noch in Arbeit ist.


Ich hatte ja versprochen, dass ich eine Anleitung schreibe. Mir gefällt das einfache Muster ausgesprochen gut. Für Strickanfänger ist der Schal ein ideales Projekt.

Maße: 18 cm breit und 142 cm lang
Material: Cool Wool Big, Lana Grossa (100 % Merino, waschbar bei 30 Grad, LL 120 m)
Verbrauch: 200 Gramm pro Schal (4 x 50 Gramm, entweder einfarbig oder in verschiedenen Farben)
Nadeln: ND 4,0

Kleines Schachbrettmuster: Maschenzahl teilbar durch 4 plus 2 Maschen
1. Reihe: *2 M re, 2 M li* wiederholen bis zu den letzten beiden Maschen, 2 M re
2. Reihe und alle weiteren Rückreihen: Maschen stricken wie sie erscheinen
3. Reihe: * 2 M li, 2 M re* wiederholen bis zu den letzten beiden Maschen, 2 M li


Den Rand habe ich wie folgt gestrickt: HSV-Schal: Links und rechts vom Muster je 5 Maschen kraus rechts (Hin- und Rückreihe rechte Maschen). Beim zweiten Schal sind es links und rechts je 3 Maschen (Randmaschen sind enthalten). Dazwischen wird bei dem HSV-Schal das Schachbrettmuster über 34 M gestrickt und bei dem zweiten Schal über 38 M.

Die erste und die letzte Masche (Randmasche) wird sowohl in der Hinreihe als auch in der Rückreihe IMMER rechts gestrickt.

44 Maschen anschlagen und 4 oder 6 Reihen kraus rechts stricken. Dann wie beschrieben bis zur gewünschten Länge arbeiten. Enden mit 4 oder 6 Reihen kraus rechts. Alle Maschen abketten.


Tja, also gegen Köln hat der Schal noch nicht geholfen, aber wenn der HSV jetzt nicht langsam in Schwung kommt, weiß ich auch nicht ;-)


Auch mit meinem Pullover bin ich etwas vorangekommen. Das Foto ist nicht ganz scharf, aber bei uns ist es heute ziemlich nebligtrüb und mit Blitz gefallen mir die Bilder nicht. Ihr könnt aber erkennen, dass der erste Ärmel einsetzt ist. Die Ärmelblende habe ich festgesteckt, damit Ihr einen Eindruck bekommt.


Es ist gar nicht so leicht, die richtigen Knöpfe zu finden, aber das kennt Ihr wahrscheinlich. Als ich endlich welche gefunden hatte, kaufte ich genau drei Stück. Normalerweise nehme ich immer einen Ersatzknopf dazu. Warum ich es dieses Mal nicht so gemacht habe, kann ich nicht sagen. Es sind Perlmuttknöpfe, die ja etwas empfindlich sind, und so passierte es, dass mir beim Annähen ein Teil des Knopfes weggeplatzt ist. Ärgerlich!  Ich musste also noch einmal los. Dieses Mal habe ich vorsichtshalber zwei Ersatzknöpfe gekauft ;-)

Liebe Grüße und eine wunderbare Woche!

Anneli

Sonntag, 14. Januar 2018

Kinderschal und Kim Hargreaves

Hallo Ihr Lieben,

heute begrüße ich zu allererst meine neue Leserinnen. Ich freue mich, dass Ihr meinen Blog gefunden habt. Viel Freude beim Stöbern und Lesen!

Das neue Jahr ist noch keinen halben Monat alt, aber die Nadeln klappern schon wieder recht fleißig.
Bei zwei Projekten, dem Kinderschal und dem Pulli, ist schon ein guter Fortschritt zu erkennen, die Jacke muss noch etwas warten.

Der Pullover ist ein Modell von Kim Hargreaves, den ich in ihrem Heft "Quirky" aus dem Jahr 2012 gefunden habe. "Jinny" ist ein schlichter Klassiker, der seit Erscheinen des Heftes auf meiner To-Knit-Liste steht. Leider kann man auf dem Foto die Ärmel nicht erkennen. Es handelt sich um einen Dreiviertelarm mit einem Aufschlag, in dem sich das Muster des Kragens wiederspiegelt. Sehr schick!


Da mir das Sockengarn "Meilenweit Tweed" von Lana Grossa so gut gefiel, habe ich noch einmal ein paar Knäuel nachgelegt. Das Garn entfaltet sich erst richtig nach dem Spannen unter feuchten Tüchern.


Über Details zum Werdegang dieses Projekts berichte ich später. Heute soll es nur einen kurzen Überblick geben.

Der Kinderschal wird wohl heute fertig. Ich muss mich ranhalten, denn der Bruder möchte ja auch einen warmen Hals haben. Die Farben wurden übrigens so gewünscht :-).


Eine Anleitung zum Schal gibt es in meinem nächsten Beitrag.

Das dritte Projekt ist eine kleine Jacke, ebenfalls von Kim Hargraves. Gefunden habe ich "Will" in dem Magazin "Shadows" , (noch) erhältlich bei Wolle & Design.


Bei diesem Kuschelstück kommen meine vier Knäuel "Lace Merino" von Lana Grossa zum Einsatz, die ich kürzlich in Husum gefunden habe. Zweifädig mit Silkhair verarbeitet, wird das ein superweicher Traum. Ich stricke diese Mischung ja nicht zum ersten Mal und weiß, dass man da garantiert nichts verkehrt macht.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

Anneli

Huch, der Post ist ja schon veröffentlicht! Ich muss noch Korrektur lesen!!

Samstag, 6. Januar 2018

Treue Begleiter: Pullunder

Ich mag Pullunder, aber wer hätte gedacht, dass in diesem kleinen Teil so viel Arbeit stecken würde? Die Zähne habe ich mir zwar nicht ausgebissen, aber hartes Brot war es schon.


Ich fange mal ganz von vorne an. Inspiriert wurde ich von einem Burberry-Pullunder. Ihr müsst Euch mal auf der Seite von Burberry die Strickkleidung ansehen. Die Sachen sind wunderschön ... die Preise allerdings auch.

Reste von Sockengarnen waren schnell gefunden. Die erste Herausforderung war das Stricken von drei verschiedenen Maschenproben, denn die machen bekanntlich nicht ganz so viel Spaß, waren aber für die Berechnung des Modells notwendig. Gestrickt wurde im Rippmuster (1 re, 1 li), Halbpatent und Zopfmuster.


Das Stricken war zwar nicht schwierig aber ziemlich zeitaufwendig, denn im Halbpatent werden 60 Reihen benötigt, um 10 cm zu erreichen.

Nach Fertigstellung von Vorder- und Rückenteil mussten die Übergänge mit Kettmaschen versäubert werden.



Soweit ging alles gut, aber dann kam der Halsausschnitt. Wie Ihr oben erkennen könnt, handelt es sich um einen schmalen, tiefen Ausschnitt. Ich nahm mir ein Buch, um zu schauen, wie häufig ich für die Spitze abnehmen muss. Leider war es das falsche Buch :-/


Dort wurden Abnahmen in jeder zweiten oder dritten Runde empfohlen. Ich nahm in jeder 2. Runde ab mit dem Ergebnis, dass die Spitze nach Abschluss der Arbeit abstand und ich links und rechts vom Ausschnitt zu viel Wolle hatte. Auf dem Foto habe ich die Mängel eingekreist.  Nach dieser Anprobe kam die spontane Überlegung, das Ding in der Tonne zu versenken, aber zum Glück siegte die Vernunft. Ausschnitt aufribbeln und noch einmal frisch ans Werk. Dieses Mal wurde in JEDER Runde abgenommen.

Damit war das Problem behoben und ich zufrieden :-)

Um die Spitze bei einem V-Ausschnitt zu formen, ist es also wichtig zu beachten, wie spitz- oder wie flachwinkelig der Ausschnitt ist. Je spitzer der Winkel ist, desto häufiger müssen die Abnahmen erfolgen.

Den Ausschnitt habe ich ebenfalls mit einer Runde Kettmaschen umhäkelt.


Ich liebe Pullunder, weil man sie auch gut unter Strickmänteln tragen kann, ohne dass sie zu sehr auftragen. Und die Stulpen von Flo passen auch gut dazu.


Wie es in diesem Jahr weitergeht, verrate ich Euch in meinem nächsten Beitrag.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Wenn ich mir den Himmel so ansehe, lädt das Wetter zum Handarbeiten ein :-) ... und auch zum Lesen. Meine Blogleseliste ist mittlerweile ziemlich lang. Ich bin erst bei "K" angelangt. Es dauert also noch ein bisschen, bis ich meine Runde gedreht habe :-)

Liebe Grüße

Anneli

Donnerstag, 4. Januar 2018

Ich wünsche Euch ....

... ein frohes, gesundes, glückliches und friedliches 2018!!

Ich hoffe, Ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in das neue Jahr.

Ich bin ja so froh, dass ich eine Blogpause angekündigt hatte, denn pünktlich zum 23. Dezember versagte bei uns die Telefonleitung. Seit gestern Nachmittag bin ich wieder online. Ganz ehrlich, ohne Telefon und Internet ist es aber auch mal ganz nett.

Mein Mann und ich hatten sowieso ein paar Tage an der Nordsee geplant. Um diese Zeit kann es dort sehr stürmisch und regnerisch zugehen. Man muss schon ziemlich abgehärtet sein, um bei dem Wetter Strandspaziergänge zu genießen. Gummistiefel, warme und wasserfeste Kleidung sollte man mitbringen, dann aber macht es richtig Spaß.





Kommt man dann durchgepustet zurück, wird ein schöner Pharisäer zum Highlight des Tages :-) Wer ihn nicht kennt: Ein Pharisäer ist ein alkoholisches Heißgetränk aus gesüßtem Kaffee, braunem Rum und einer Haube aus Schlagsahne, das traditionell in einer Tasse, einem Becher oder Glas serviert wird Entstanden ist der Pharisäer der Überlieferung nach auf der nordfriesischen Insel Nordstrand, und zwar im 19. Jahrhundert. Zu jener Zeit amtierte dort der besonders asketische Pastor Georg Bleyer. Bei den Friesen war es Brauch, in seiner Gegenwart keinen Alkohol zu trinken. Bei der Taufe des sechsten oder siebenten Kindes des Bauern Peter Johannsen bedienten sie sich einer List und bereiteten das oben beschriebene Mischgetränk zu. Die Sahnehaube verhinderte dabei, dass der Rum im heißen Kaffee verdunstete und es nach Alkohol roch. Selbstverständlich bekam der Pastor stets einen „normalen“ Kaffee mit Sahne. Bei Entdeckung soll er ausgerufen haben: „Oh, ihr Pharisäer!“ Und damit hatte das Nationalgetränk der Nordfriesen nicht nur seine Geschichte, sondern auch seinen Namen.

Natürlich hatte ich auch mein Strickzeug mitgenommen. In meinem nächsten Beitrag werde ich meinen Pullunder vorstellen, denn er ist (endlich) fertig. An einem wettertechnisch besonders miesen Tag sind wird nach Husum gefahren.


Dort zog es mich in das örtliche Wollgeschäft, das Handarbeitshouse in der Krämerstraße 2. Ich bin tatsächlich fast ohne Wolle wieder rausgegangen. Nur vier feine Knäuel Lace Merino wanderten in meine Tasche. Ich weiß auch genau, was ich damit anfangen werde ;-)  Außer dem Garn habe ich mir noch ein Buch zugelegt, das meinem Mann sehr gut gefallen hat. Er hat sogar angeboten, die Hälfte des Preises zu zahlen. Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist!


Das Buch enthält nämlich viele schicke Modelle für Männer.


Für uns Frauen gibt es aber auch sehr ansprechende Schals, Mützen, Pullover und Jacken. Mehr als 45 Strickteile sind dem Buch vereint, gestrickt in über hundertjährigen Strickmustern, die alle von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean stammen. Die Modelle sind zeitlos schön.


Zum Schluss gibt es noch einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr. In diesem Foto sind alle Projekte vereint, die ich 2017 gestrickt habe:


Entstanden sind:
1 Paar Stulpen
7 Schals oder Tücher
2 Jacken
1 Pullunder, den ich Euch im nächsten Beitrag vorstellen werde
und 12 Pullover

Jetzt schaue ich mir aber erst einmal an, was Ihr in der Zwischenzeit gezaubert habt. Ich freue mich schon :-)

Herzliche Grüße und bis bald!

Anneli