Donnerstag, 16. November 2017

Flechtwerk und Designerstrick

Burberry und Strumpfwolle - passt das? Warum nicht?

Vor fünf Jahren sah ich auf einer Modenschau im Internet einen kleinen Pulli von Burberry Prorsum.
Ich war hin und weg. Damals brachten Lana Grossa mit ihrem Magazin "Catwalk" und auch die "Für Sie" mit dem Heft "Designermode zum Selberstricken" Modelle vom Laufsteg.

Leider gibt es diese Hefte nicht mehr, weil es wohl Ärger gegeben hat. Eine Anleitung für den Pulli gab es in der "Catwalk" Nr. 4 Für alle die keine Anleitungen brauchen ist das kein Problem. Das Internet mit tausenden von Bildern, die Modenschauen und Magazine geben Inspiration genug. Ganz ehrlich, ein glatt gestrickter Pulli mit einem Zopf- oder Flechtmuster ist kein Hexenwerk. In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Blog "Frau Nähfreundins Tagebuch" hinweisen. Sie strickt gerade eine fantastische Gucci-Jacke und macht auch sonst tolle Sachen!


Für Strickerinnen, die mit der Mode gehen möchten, gibt es zum Beispiel zweimal im Jahr die "Jolie Runway" mit aktuellen Trends für die kommende Saison. Sehr selten gibt es bei mir eine Eins-zu -eins-Umsetzung.  Es sind Farben, Muster oder Schnitte, die, gepaart mit eigenen Ideen, ein neues Projekt entstehen lassen.


Den Pulli von Burberry musste ich allerdings einmal genau in den Farben nacharbeiten und dann gleich noch einmal in anderen Farbtönen :-)  Ich habe beide Pullover geschleppt und langsam sind die Gebrauchsspuren nicht mehr zu übersehen.

Jetzt kommt etwas für alle Photoshop-Freunde. Hier ist der Pulli, den ich noch einmal stricken möchte.


Um zu sehen, wie er einfarbig wirkt, geht Ihr auf Filter > Zeichenfilter > Fotokopie
Euer Bild sieht jetzt wie eine Zeichnung aus:


Die Streifen müssen aber noch weg:
Dafür nehmt Ihr den Musterstempel, haltet die "Alt-Taste" gedrückt, sucht Euch aus dem vorher dunklen Streifen eine Stelle aus und tupft die Streifen weg.


Auch die dunklen Schatten unter dem Flechtmuster und an den Umrissen könnten noch nachbearbeitet werden. Anschließend geht Ihr auf die Werkzeugleiste und zeichnet mit dem Auswahlpinsel die Umrisse des Pullovers nach. Die Auswahl speichern!

Anschließend könnt Ihr unter "Bearbeiten" die Auswahl mit Farben oder Muster füllen:


Das macht Spaß! :-)

Mit ein bisschen Geschick kann man noch andere Änderungen vornehmen, z. B. den Pullover etwas verlängern.


Dieses Projekt soll auch meinen in Kanada verlorengegangenen Pullover ersetzen. Ich stricke ihn aus Strumpfwolle, weil er wieder mit auf Reise gehen soll. Diese Teile sind wunderbar pflegeleicht und überaus robust.

Ich habe mich für Meilenweit Tweed, Farbe 143, von Lana Grossa entschieden. In der Farbkarte gilt dieser Ton als "Dunkelrot", aber es ist eher ein Rotbraun. Das Rückenteil ist bereits fertig. Damit Ihr eine kleine Idee bekommt wie der Pullover aussehen wird, gibt es schon mal ein Bild vom Rückenteil als Vorderteil. Sieht man ja nicht :-)


In meinem nächsten Beitrag beginne ich mit den Stricknotizen.

Herzliche Grüße!

Anneli

Dienstag, 14. November 2017

Antwort von Lang Yarns

Herzlichen Dank für Eure Kommentare, Anregungen und Tipps zu dem Geruchsproblem bei meinem letzten Pulli. Heute habe ich die Antwort von Firma Lang bekommen. Nein, es hat keine Woche gedauert, bis der Hersteller geantwortet hat. Ich hatte einen Fehler in der E-Mail-Adresse gemacht, so dass mein Anliegen erst seit gestern bei Lang Yarns vorliegt. Insofern hat man sich sehr schnell um mein Anliegen gekümmert.

Hier die Antwort, die ich freundlicherweise veröffentlichen darf:

Sehr geehrte Frau Zimmermann,

Zunächst einmal möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen, dass Ihr Projekt offenbar unter einem Materialfehler zu leiden hat. Diese kommen bei unseren Garnen äusserst selten vor und wir prüfen jede Partie bei Eintreffen auf offensichtliche Mängel, Farbechtheit und Reibechtheit und in diesem Zusammenhang hätte auch ein merkwürdiger Geruch bemerkt werden sollen. Leider können wir natürlich nicht jedes Knäuel prüfen, aber ein grundsätzliches Problem bei der gesamten Partie ist uns nicht bekannt. Deshalb kann ich nur annehmen, dass es sich um einzelne Knäuel handelt die vom Problem betroffen sind.

Da unsere gesamte Produktion in Italien stattfindet halten wir uns selbstverständlich an die strengen EU Auflagen in den Färbereien. Deshalb kann ich eine gesundheitliche Gefährdung durch das Tragen ausschliessen. Trotzdem kann es natürlich nicht in Ihrem Sinne sein einen chemisch riechenden Pullover zu tragen. Waschen scheint offensichtlich auch keine Besserung herbeizuführen, somit können wir leider nur von einem natürlich sehr ärgerlichen Einzelfall ausgehen.

Gerne würden wir das Problem mit Ihnen zusammen lösen, denn für uns ist besonders wichtig, dass Sie die Freude am Stricken nicht verlieren. Gerne würde ich das Problem mit Ihnen über ein LANGYARNS Fachgeschäft Ihrer Wahl angehen um dort ggf. auch zu einer Lösung zu kommen.

Sollte es Ihnen nicht möglich sein ein Fachgeschäft aufzusuchen, so finden wir auch eine andere Lösung.

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. 

Mit freundlichen Grüssen

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen. Ich habe mich getraut, den Pullover in der Maschine zu waschen. Mein Mann sagt zwar, dass der Pulli immer noch riecht, aber ich finde, dass es besser geworden ist. Ich habe den Pullover kalt im Wollprogamm mit Perwoll (Pulver) gewaschen und dann im Schongang geschleudert. Eine Leserin sagte, ihr Pulli sei nach der Wäsche länger geworden. Ich hatte schon Befürchtungen, aber bei meinem Projekt  haben sich die Maße überhaupt nicht verändert. Man darf keinen Weichspüler verwenden!!

Ich werde jetzt den Pulli und vor allem das Restgarn mit zu einem Wollgeschäft nehmen und dann sehen wir weiter. Positiv möchte ich noch anmerken, dass Firma Lang wirklich auf das Problem eingegangen ist und  kein aus Textbausteinen bestehendes Schreiben geschickt hat. 

Ich habe übrigens einen neuen Pulli auf den Nadeln. Zu diesem Projekt werde ich meine Stricknotizen mit Euch teilen. Hier schon mal ein Bild, wie ich mir den Pullover vorstelle. Den gab es übrigens schon einmal vor drei Jahren ;-)  Dieses Mal soll er allerdings etwas länger und einfarbig werden. Mehr dazu gibt es in meinem nächsten Beitrag.



Liebe Grüße und noch eine schöne Woche!

Anneli

PS: Warum die Schrift im letzten Absatz verändert ist, obwohl ich den Schrifttyp nicht verändert habe, zählt wohl auch zu den Geheimnissen von "Blogger".

Dienstag, 7. November 2017

"Monterey"

Liebe Leserinnen,

es ist geschafft! Mein Pullover "Monterey" ist fertig. Glaubt mir, das war nicht so einfach, denn immer wieder stand ich vor der Entscheidung, weiterzumachen oder es sein zu lassen. Das lag einzig und allein an dem chemischen Geruch dieses Garns. Hin- und hergerissen zwischen dem schönen Maschenbild und dem Kratzen im Hals habe ich mich entschieden, nur bei geöffnetem Fenster zu stricken.


Was mache ich jetzt? Der Pulli ist fertig und ich würde ihn gern anziehen, aber wer weiß, was diesen Geruch ausmacht? Dojo hatte geschrieben, dass es sich eventuell um Reste von Spinning Oil handeln könnte. Ich habe unter den Stichworten "Wolle stinkt chemisch" das Netz durchforstet. Mit dem Problem bin ich nicht allein, aber eine befriedigende Antwort konnte ich nicht finden. Ich werde morgen die Firma Lang Yarns anschreiben und mich erkundigen.  Vielleicht handelt es sich tatsächlich um einen Einzelfall, denn das Garn ist schon lange im Programm und in vielen wunderschönen Farben erhältlich.

Heute morgen war es bei uns sehr neblig, was ich zum Anlass nahm, den Pullover erst einmal zwei Stunden gründlich zu lüften. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber ich hatte das Gefühl, dass die Wolle hinterher etwas angenehmer roch. Doch nachdem das Material wieder trocken war, kehrte die "Duftnote" zurück. Zusätzlich habe ich eine kleine Strickprobe in der Maschine gewaschen. Danach war es deutlich besser, aber nicht weg. Außerdem sah das Gestrickte hinterher etwas anders aus. Die Maße waren unverändert, aber die Struktur war etwas "aufgeblüht". Das habe ich auch schon bei anderen Tweedgarnen gesehen. Das Maschenbild ist nicht mehr so klar, aber das stört mich nicht.

Hier kann man es ganz gut erkennen.


Ach, wie gern würde ich den Pulli anziehen. Zu einem Tragefoto konnte ich mich noch durchringen, aber bis ich eine Antwort vom Hersteller habe, verschwindet das gute Stück erst einmal in einer Plastiktüte.


Hier noch einige Details zum Modell:

Material: "Donegal", Farbe 0003, hellgrau, von Lang Yarns
Verbrauch: Etwas mehr als 300 Gramm
Nadeln: 3,5 und 4,0
Weitere Beiträge zu diesem Projekt: 23.10.2017 und 13. Oktober 2017
Anleitung: keine Anleitung, aber inspiriert von "Cowlam" aus dem Rowan Magazin Nr. 62
Anmerkung: Ich habe die Ärmel im Steppstich mit 4fädiger Strumpfwolle eingesetzt, alle anderen Nähte konnte ich gut mit "Donegal" schließen, obwohl der Faden teilweile nicht besonders reißfest ist. Das Strickmuster heißt "Schlüssellöcher" und ist zu finden in dem Buch "Die große Strickmustersammlung" 300 Muster von klassisch bis fantasievoll, TOPP, frechverlag GmbH.

Sofern ich eine Antwort von Lang Yarns bekommen, werde ich darüber berichten.

Liebe Grüße

Anneli